E-Book und Kunstbuch

E-Book und Kunstbuch

Illu von zwei Büchern und einem ManuskriptLucas und ich haben ja ein virtuelles Büro und pflegen eine andere Art des Flurfunks. Man wirft sich dann hie und da einen Artikel rüber: “Hast du gesehen? Interessant, oder?” und tauscht ein paar E-Mails hin und her. Es gibt noch so unendlich viele Dinge, die man neu durchdenken muss. Und ist nicht alles auf dem Prüfstand? Das ist spannend und anstrengend zugleich. Heute griffen wir unser Lieblingsthema auf: Kunstbücher. Und Lucas schickte eine Mail, die druckreif war! Und ZACK – hab ich sie mir fürs Blog geschnappt!!

Tatsache für mich ist, dass das Sachbuch als Statussymbol in den letzten 10 Jahren an Stellenwert verloren hat. Das ist jetzt sicherlich nur eine Vermutung meinerseits, aber ich glaube mit dieser Ansicht stehe ich nicht alleine. Das Buch als Wissens- und Kulturträger hat sein Monopol eingebüßt. Wer zu Hause ein Bücherregal voller Kunstbücher hat, gilt zwar immer noch als gebildet und wohlhabend genug, um sich mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen, aber das hat an Bedeutung verloren. Ja, es werden weiterhin gedruckte Kunstbücher gefragt sein, die immer schöner und hochwertiger werden, aber grundsätzlich ist es eine Tatsache, dass die Auflagen schrumpfen.

Bei der Frage des E-Books im Kunstbuchbereich, stellt sich mir nicht die Frage des Entweder-Oder, sondern des Erschließens neuer Zielgruppen ergänzend zu den gedruckten Büchern. Denn, wenn weniger Menschen Kunstbücher kaufen, beschäftigen sie sich stattdessen mit anderen Dingen. Wenn sich Museen weiterhin als wichtige Zentren der Kultur und Kunst sehen, sollten sie sich diesen neuen Zielgruppen zuwenden.
Ja, das E-Book kann nicht als Statussymbol herhalten. Es ist viel mehr ein Kommunikationsmedium. Die Erlebniswelt sehe ich zu einem geringen Teil im Bereich Multimedia, viel stärker aber im Bereich der Vernetzung, Interaktivität und vor allem Kommunikation. Die Museen und als Medien-Profis auch die Verlage sollten diese Eigenschaft des digitalen Kunstbuchs erproben. Es gibt noch keinen Wegweiser, in welche Richtung wir uns im digitalen Bereich bewegen werden. Hier müssen Museen und Verlage gemeinsam experimentieren und Erfahrung sammeln. Offen sein, für die modernen Mittel der Kommunikation, die bei einer jüngeren Generation selbstverständlich sind. Es ist eine spannende Zeit und wir haben die Möglichkeit, sie mitzugestalten. Wer diese Chance verpasst, der überlässt anderen die Zukunft.

Kommentar verfassen